Alles hat seine Zeit....
...... Leben hat seine Zeit.....
......Sterben hat seine Zeit
So einfach klingt eine Feststellung im Buch Prediger in der Bibel. So einfach wie: Irgendwann müssen wir ja alle sterben. Im Tod sind alle gleich.
Wenn wir unbeteiligt an einem Friedhof vorbeifahren, von Tod und Sterben im Fernsehen erfahren oder die Todesanzeigen lesen, dann scheint das oft alles einfach und logisch.
Erfahren wir von dem plötzlichen Tod eines lieben Menschen aus unserer Familie, erleben wir sein Sterben nach langer Krankheit, ist oft nichts mehr einfach. All die Angelegenheiten, die dann in kurzer Zeit zu erledigen sind, fordern uns ganz. Gleichzeitig sind wir traurig, wir können für einen Menschen nicht mehr sorgen, Gespräche nicht zu Ende führen. Die gemeinsame Zeit, in der wir es gut miteinander hatten oder schwer, ist nur Erinnerung und doch einTeil unseres Eigenen Lebens geworden.
Als Christen vertrauen wir darauf, dass Leben nicht nur im Hier und Jetzt Bedeutung hat. Wir glauben, dass ein Mensch nicht nur in unserer Erinnerung weiterlebt, sondern dass auch Gott an sich an uns erinnert, selbst wenn wir nicht mehr atmen, keiner mehr an uns denkt. Gott stellt uns auch dann noch Raum zum Leben zur Verfügung, wenn wir nicht mehr mit den anderen auf dieser Erde den Raum und unsere Zeit teilen.
Wenn Sie die Nachricht vom Sterben oder der schweren Krankheit eines Familienmitgliedes erfahren, können Sie sich gerne an Ihren Gemeindepfarrer, Ihre Gemeindepfarrerin wenden. Er kann Ihnen oder dem Sterbenden Gespräche und Unterstützung anbieten, helfen den Abschied zu gestalten.
Haben Sie vom Tod eines Angehörigen erfahren oder ihn erlebt, gibt es einiges zu bedenken. Früher wurden in vielen Familien die Uhren angehalten, wenn ein Mitglied verstarb. Das sollte ein Signal sein, dass für einen Menschen die Zeit nicht mehr gilt. Es ist aber auch für die Trauernden ein Zeichen, dass sie jetzt Zeit brauchen: zum Weinen, zum Nachdenken, zum Organisieren. Sie brauchen nichts zu überstürzen. Die Erfahrung zeigt, dass ein gut gestalteter Abschied Ihnen in der Trauer und im Leben weiterhilft.
Ist ein Angehöriger plötzlich gestorben, haben Sie gerade die Nachricht vom Krankenhaus, vom Notarzt oder der Polizei erfahren, dann werden Sie einen Bestatter beauftragen müssen, der Ihnen viel Organisatorisches abnimmt. Ihr Gemeindepfarrer, Ihre Gemeindepfarrerin wird Sie aber auch gerne zur Seite stehen. In unseren Kirchengemeinden kommt der Pfarrer / die Pfarrerin in der Regel zu Ihnen, sobald er die Nachricht vom Tod erhalten hat.
Sollten Sie Unterstützung benötigen, kann Ihnen im Krankenhaus auch die Krankhausseelsorge weiterhelfen. Wenn der Notarzt oder Polizei und Feuerwehr im Geschehen beteiligt sind, können die für Sie im Landkreis Peine ( auch in vielen Landkreisen und Regionen) die Notfallseelsorge rufen, die sich Zeit für Sie nimmt.
Sollen wir den Toten noch einmal
ansehen ?
Ich möchte den lieben Menschen so in Erinnerung behalten, wie er war! Wir
finden es vielleicht unerträglich, jemanden, mit dem wir vor kurzem noch gesprochen
haben, nun so still und starr daliegen zu sehen. Wir malen uns dann in der Phantasie die
Spuren aus, die der Tod im Gesicht des Verstorbenen gezeichnet hat. Aber wir müssen auch
ganz langsam lernen, begreifen, dass ein Mensch tot ist. Vielen Menschen hilft es dabei,
wenn Sie den Leichnam noch einmal sehen. Es kann trösten, jemanden friedlich zu sehen,
der bis zu seinem Tode kämpfen musste. Es hilft Abschied zu nehmen, wenn jemand nach
intensivmedizinischer Behandlung jetzt von Apparaten und Schläuchen befreit ist. Vielen
hilft es auch, so ganz persönlich ohne die Konvention einer Trauerfeier zuerst von einem
Familienmitglied Abschied zu nehmen. Wir begleiten Sie dabei auch gerne auf dem Weg zum
Krankenhaus, in die Aussegnungshalle oder Friedhofskapelle.
Muss der Leichnam schnell aus dem Haus
?
Natürlich kann es sein, dass Sie räumlich wenige Möglichkeit haben und
deshalb daran denken, den Verstorbenen möglichst schnell aus dem Haus zu überführen.
Gesetzlich sind Sie allerdings nicht zur Eile verpflichtet. Sie haben Zeit, mit dem toten
Menschen zu reden, Kerzen aufzustellen, ihm oder ihr Blumen in die Hand zu geben usw. Vor
der Überführung aus dem Haus gestalten wir als Kirchengemeinde auch gerne eine Abschied
im Haus, eine Aussegnung. Auch der Bestatter wird Ihnen bei der Gestaltung dieses Teils
des Abschiedes helfen, wenn Sie ihn darauf ansprechen.
Soll überhaupt eine Trauerfeier
gehalten werden ?
Die vielen Menschen bei einer Trauerfeier, die Beileidsbesuche, traurige
Musik, das Verweilen am Sarg...
all das kann uns als große Belastung erscheinen. Eine Trauerfeier in aller Stille
oder der vollständige Verzicht auf eine Feier erscheint uns da hilfreich.
Aber es gibt Menschen, die die Zuneigung, Wertschätzung für den Toten mit Ihnen teilen.
Das möchten Sie Ihnen in einer Trauerfeier auch zeigen. Es ist eine gute Erfahrung zu
merken, dass man in seiner Trauer nicht alleine ist.
Ist der Verstorbene Mitglied einer Glaubensgemeinschaft gewesen, bietet sich eine
entsprechend geprägte Trauerfeier an. Als Mitglied unserer Kirchengemeinden besucht der
Pastor Sie zu einem Trauergespräch, in dem wir uns gemeinsam an den Toten erinnern und
die Trauerfeier gestalten. Möchten Sie auf den Trost aus dem Glauben und
der Verkündigung nicht verzichten, der / die Verstorbene gehörte aber keiner
Religionsgemeinschaft an, müssen wir gemeinsam im Gespräch einen Weg für den Abschied
finden.
Erinnerung im Gottesdienst
An die Verstorbenen unserer Kirchengemeinden gedenken wir in der Regel an
dem Sonntag nach der Trauerfeier im Gottesdienst und am Ewigkeitssonntag. Wir bitten Gott
um Frieden für unsere Toten und um Kraft zum Leben für die Hinterbliebenen.